Sie haben eine Immobilie, die Sie vermieten möchten, stellen sich aber die Frage, wie Sie den/die richtigen Mieter*in finden können?

Aufgrund der Wohnungsknappheit ist es derzeit kein Problem ein Mietobjekt zu vermieten. Jedoch ist es immer eine Herausforderung den f√ľr sich richtige/n Mieter*in zu finden.

In der heutigen Zeit kann man Vieles online erledigen wie z.B.: die Ver√∂ffentlichung des Mietangebots oder auch die Zusendung des zu unterschreibenden Vertrages. Das pers√∂nliche Kennenlernen des/der potenziellen Mieters*in bleibt jedoch nicht unerl√§sslich. Einfach, dass Sie ein gutes Gef√ľhl haben.

Was kann ich Ihnen also aus meiner eigenen Erfahrung an Tipps mit auf den Weg geben? Lesen Sie gerne weiter:


Gliederung


 

1. Festlegen des Mietpreises

Zuallererst sollten Sie den Mietpreis f√ľr Ihr Objekt festlegen – egal ob bei Erstbezug oder bei Mieterwechsel. Am besten Sie orientieren sich daf√ľr am √∂rtlichen Mietspiegel, denn dieser gibt eine Richtung des Preises hinsichtlich der Lage und Ausstattung der Immobilie betreffend.

Bez√ľglich der Mietpreisgestaltung ist dieser aber nicht bindend, sondern nur ein Leitfaden, damit Sie nicht zu viel oder zu wenig Miete verlangen. Sie erhalten den Mietspiegel vom zust√§ndigen Amt Ihrer Gemeinde. Hier k√∂nnen Sie auch erfragen, ob eine Mietpreisbremse gilt und wie sie sich auswirkt.

 

2. Veröffentlichung des Mietangebotes

Hierzu haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

 

  • Sie k√∂nnen Ihr Mietangebot in der √∂rtlichen Tageszeitung mit einer sogenannten Chiffreanzeige ver√∂ffentlichen. Seien Sie sich aber bewusst, dass bei Angabe der Telefonnummer zur Kontaktaufnahme Ihr Telefon ununterbrochen klingeln wird.
  • Eine Alternative sind Immobilienportale, die meist kostenfrei sind. Sie haben die M√∂glichkeit zahlreiche Angaben zu vorgefertigten Kriterien machen. Bei der zielgruppenorientierten Vorauswahl eines/einer potenziellen Mieters*in k√∂nnen Sie bei Bedarf Filter setzen. Sie entscheiden dann, wen und wie viele Interessenten sie kontaktieren.
  • Der f√ľr Sie bequemste Weg ist die Beauftragung eines/einer Immobilien-Maklers*in, der auch Mietobjekte vermittelt. Die gesamte Abwicklung wird von ihm/ihr √ľbernommen, nachdem Sie ihm/ ihr in einer Begehung Ihr Angebot gezeigt, die erforderlichen Unterlagen (z.B. Grundrissplan) √ľbergeben und den Mietzins genannt haben. Sie setzen einen Termin fest, an dem Ihnen eine enge Auswahl an Interessenten pr√§sentiert wird und Sie brauchen dann nur noch zu entscheiden, wer f√ľr Sie infrage kommt. Die Maklerprovision, die f√ľr den Auftrag anf√§llt, vereinbaren Sie im Vorfeld.

 

3. Was ist zu tun, wenn Sie die Vermietung selbst √ľbernehmen?

Wenn Sie das Mietangebot ver√∂ffentlicht haben und sich Interessenten*innen bei Ihnen gemeldet haben, habe ich folgende Ratschl√§ge f√ľr Sie:

  • Sichten Sie zun√§chst die Mieteranfragen und sortieren Sie nach Ihren pers√∂nlichen Pr√§ferenzen. Sie grenzen auf diese Weise die Anzahl der Bewerber*innen ein, die Sie benachrichtigen wollen.
  • Kontaktieren Sie den/die Bewerber*innen und nennen Sie, welche Unterlagen zum Besichtigungstermin mitgebracht werden sollen (z.B. Einkommensbescheinigung des Arbeitgebers, Mieter-Selbstauskunft, Schufa-Selbstauskunft). Die allgemeine Mieter-Selbstauskunft kann man sich jederzeit auf den einschl√§gigen Immobilienportalen downloaden.
  • Am besten Sie vereinbaren Einzel-Besichtigungstermine. Sie haben dabei die M√∂glichkeit, den/die Interessenten*innen besser kennenzulernen. Notizen helfen Ihnen, sich vor der endg√ľltigen Zusage besser an die einzelnen Bewerber zu erinnern.
  • Die Besichtigungstermine k√∂nnen ruhig eng getaktet sein. Das spart Ihnen Zeit.

 

Wozu die Mieterselbst- und Schufa-Auskunft?

Kein/e Mieter*in ist verpflichtet, ein Formular der Mieter-Selbstauskunft auszuf√ľllen. Er/sie wird es allerdings tun, weil er/sie vermutet, andernfalls keine Chance auf den Zuschlag zu erhalten. Der/die Interessent*in muss in 2 Punkten die Wahrheit sagen: bei den Angaben zur finanziellen Situation und wie viele Personen einziehen werden.

Stellt sich heraus, dass der/die Bewerber*in hier geflunkert hat, k√∂nnen Sie u.U. fristlos k√ľndigen. Fragen zu Freizeitvorlieben, sexueller Orientierung, einer eventuellen Schwangerschaft u.√§. sind nicht erlaubt.

Zus√§tzlich k√∂nnen Sie sich von den/der Mietanw√§rtern*innen eine Schufa-Auskunft vorlegen lassen. Eine spezielle Mieter-Selbstauskunft von der Schufa ist kostenpflichtig und enth√§lt Angaben, die f√ľr Sie als Vermieter*in relevant sind. Eine allgemeine Auskunft kostet dagegen nichts.

 

Warum macht eine Kaution Sinn?

Eine Kaution schafft eine weitere finanzielle Absicherung f√ľr Sie als Vermieter*in.

Sie darf maximal 3 Monatsmieten betragen und muss auf einem separaten Sperrkonto gutgeschrieben werden. Dieses Geld bleibt f√ľr Sie so lange unantastbar bis der/die Mieter *in berechtigte Zahlungsforderungen (Miete, Renovierungskosten) nicht begleichen kann oder will. Bei Auszug und Erf√ľllung aller Auflagen von dem/der Mieter*in ist die Kaution ohne Abzug vom Mieter*in durch den Vermieter auszuzahlen bzw. auf sein Konto zu √ľberweisen.

 

Wie sch√ľtzt man sich vor Streitigkeiten mit dem/der Mieter*in?

Es empfiehlt sich eine Rechtsschutzversicherung speziell f√ľr Vermieter abzuschlie√üen. Diese ist nicht kostenfrei, zahlt sich aber definitiv in einem Streitfall vor Gericht wieder aus.

Eine Mietausfallversicherung ist eine weitere Option, jedoch eher seltener. Das ber√ľhmte Kleingedruckte in der Versicherungspolice ist recht umfangreich und kann zahlreiche Einschr√§nkungen ¬†und Ausschlussklauseln enthalten.

Ich rate Ihnen dringlichst bei Mietr√ľckst√§nden unverz√ľglich zu handeln, damit sich ein drohender Verlust nicht weiter vergr√∂√üert.

Dem/der s√§umigen Mieter*in k√∂nnen Sie unter bestimmten Voraussetzungen fristlos k√ľndigen. Betr√§gt der Zahlungsr√ľckstand bereits mehr als eine Monatsmiete oder der/die Mieter*in hat f√ľr zwei aufeinander folgende Monate die Miete nicht vollst√§ndig bezahlt, k√∂nnen Sie aktiv werden. Wird die Monatsmiete regelm√§√üig unp√ľnktlich bezahlt, sind Sie auch hier zur K√ľndigung berechtigt.

Die Rechtsprechungen sind sehr stark Mieter*in orientiert. Sollte es also zu drohenden Streitigkeiten mit Ihrem/Ihrer Mietern*in kommen, lassen Sie sich am besten von einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten.

 

Wozu ein Mietvertrag?

Es bedarf unbedingt eines Mietvertrages, damit das Mietverhältnis aktenkundig und rechtlich wirksam ist. Der Vertrag wird zwischen Vermieter*in und Mieter*in abgeschlossen.

Geben Sie dem/der potenziellen Mieter*in ein paar Tage Bedenkzeit, ob und wie er/ sie dem Vertrag zustimmt.

Sie k√∂nnen sich einen sogenannten Formularmietvertrag als fertiges Dokument zum Ausf√ľllen aus dem Internet herunterladen.

Es empfiehlt sich dabei immer die aktuellen Versionen zu verwenden, weil sich Mietrechtsbestimmungen oft in kurzen Zeitabständen ändern.

Haben Sie berechtigte Gr√ľnde f√ľr Zusatzklauseln zu den Formularmietvertr√§gen, sollten Sie sich vorab juristischen Rat einholen.

Es ist ein großer Unterschied, ob Sie mit dem Mieter sogenannte individuelle Abreden ausgehandelt haben, bei denen tatsächliche Verhandlungen auf Augenhöhe stattgefunden haben und ob Sie diese Klauseln in den Mietvertrag z.B. handschriftlich mit aufnehmen und dem Mieter zur Unterschrift vorlegen.

 

Darum ist eine vertrauensvolle Basis zwischen Mieter*in und Vermieter*in so wichtig

Ein gutes Verhältnis zu Ihrem/Ihrer Mieter*in ist immer von Vorteil und wichtig. Begegnen Sie daher Ihrem/ihrer Mieter*in stets auf Augenhöhe.

Eine klare und freundliche Kommunikation bildet die Basis f√ľr ein gutes und langfristiges Mietverh√§ltnis. Daher

  • Weisen Sie den/der Mieter*in auf alle Regelungen und den allgemeinen Standard hin. Hierf√ľr nutzen Sie am besten einen sogenannten Formularmietvertrag. Das schafft Vertrauen.
  • Sprechen Sie unbedingt alle Positionen, die im Mietervertrag festgehalten sind, durch. Nehmen Sie sich daf√ľr Zeit.
  • Gehen Sie auf alle individuell eingef√ľgten Klauseln ein und begr√ľnden Sie die Erg√§nzungen bzw. Abweichungen. Das sorgt f√ľr Transparenz.
  • Wichtig: haben Sie Bedenken bez√ľglich Ihres/Ihrer k√ľnftigen Mieters*in, sprechen Sie diese unbedingt an. Ihr/Ihre Mieter*in ist Ihr/Ihre Kunde*in, f√ľr die Leistung, die Sie ihm/ihr bieten (Mietobjekt). Es gibt nichts Besseres als eine klare und ehrliche Kommunikation.