Ob Sturmschaden, ausbleibende Mietzahlung oder Streit um Nebenkosten. Diese und weitere Risiken lassen sich mit den richtigen Versicherungen absichern.
Wir zeigen, welche Versicherungen für Vermieter unverzichtbar sind, welche empfehlenswert oder nur im Einzelfall sinnvoll und dadurch optional sind.
A) Unverzichtbar: Die wichtigsten Versicherungen für Vermieter
Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
Vielleicht ist sie sogar die wichtigste Versicherung für Vermieter. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung schützt, wenn Dritte durch das vermietete Gebäude oder das Grundstück geschädigt werden. Dies kann etwa durch herabfallende Dachziegeln oder vereiste Treppenstufen entstehen, durch nicht ausreichend beleuchtete Zugänge oder wenn etwa die Räum- und Streupflicht im Winter verletzt wird.
Eigentümer haften in solchen Fällen mit ihrem Privatvermögen – auch dann, wenn sie die Immobilie selbst nicht bewohnen. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung Versicherung übernimmt nicht nur Schadensersatzforderungen, sondern auch die Prüfung, ob diese überhaupt berechtigt sind.
Wohngebäudeversicherung
Ebenfalls unverzichtbar ist die Wohngebäudeversicherung. Sie deckt Schäden am Gebäude selbst ab, zum Beispiel an Wänden, Dach oder fest verbauter Einrichtung.
Versichert sind in der Regel folgende Gefahren:
- Feuer: Brand, Blitzschlag, Explosion, Rauch- oder Rußschäden
- Leitungswasser: geplatzte Rohre, undichte Dichtungen, Wasserschäden
- Sturm und Hagel: umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer
- Frost- und Bruchschäden an Leitungen
Ein Beispiel aus der Praxis: Nach einem Rohrbruch im Winter steht der Keller unter Wasser. Hier würde die Wohngebäudeversicherung die Kosten für Trocknung und Renovierung tragen
Wichtig zu wissen: Schäden durch Starkregen oder Hochwasser sind oft nicht automatisch im Versicherungspaket enthalten. Hier greift nur eine separate Elementarschadenversicherung. Hierzu gleich aber mehr.
Wohnungshaftpflichversicherung
Die Wohnungshaftpflichtversicherung schützt Vermieter vor den finanziellen Folgen, wenn Dritte durch ihr Eigentum zu Schaden kommen. Dies kann beispielsweise durch fehlerhafte Elektroinstallationen, mangelnde Geländer oder Deckenkonstruktionen geschehen.
Oft ist dieser Schutz bereits Bestandteil der privaten Haftpflichtversicherung von Eigentümern und/oder Vermietern. Wir empfehlen hier einen Blick in die Police zu werfen und nachzuschauen, ob vermieteter Wohnraum tatsächlich mitversichert ist oder nicht.
Gut zu wissen: Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen der Wohnungshaftpflichversicherung und der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung?
Auch wenn der Versicherungsumfang ähnlich klingt, unterscheiden sich Wohnungshaftpflicht- und Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung deutlich voneinander.
Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist für Eigentümer gedacht, die ihre Immobilie vermieten oder selbst nicht bewohnen. Sie springt ein, wenn Dritte durch das Gebäude oder das Grundstück zu Schaden kommen, etwa, wenn jemand auf einem vereisten Gehweg stürzt oder sich an einer defekten Treppenstufe verletzt.
Die Wohnungshaftpflichtversicherung hingegen schützt Selbstnutzer von Eigentumswohnungen. Sie greift zum Beispiel, wenn aus der eigenen Wohnung ein Wasserschaden in die Nachbarwohnung übertritt oder durch fehlerhafte Installationen ein Schaden entsteht.
Kurz gesagt: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sichert Vermieter ab, die Wohnungshaftpflicht Selbstnutzer.
B) Empfehlenswert: Nützliche Versicherungen im Einzelfall
Versicherung gegen Elementarschäden
Leider sind Überschwemmungen, Erdrutsche oder Lawinen längst keine Seltenheit mehr. Eine Elementarschadenversicherung erweitert den Schutz der Wohngebäudeversicherung an der Stelle um genau diese Risiken.
Sie ist vor allem in gefährdeten Regionen – denken wir an Orte in der Nähe von Flüssen oder in Hanglagen – dringend zu empfehlen.
Versichert werden können Schäden, die aus folgenden Ereignissen resultiert sind:
- Hochwasser
- Starkregen
- Erdrutsche
- Erdsenkungen
- Schneedruck (Schäden, die durch die Last von Schnee oder Eis au einem Gebäude entstehen)
- Lawinen
- Erdbeben
Da Versicherer vor Abschluss eine Gefährdungsprüfung durchführen, können die Beiträge je nach Lage des Gebäudes stark variieren. Wichtig ist außerdem, eventuelle Sicherheitsauflagen zu erfüllen (z. B. Rückstauventile oder Sandschutzvorrichtungen), damit der Schutz im Ernstfall greift.
C) Optional: Zusatzversicherungen mit individuellem Nutzen
Vermieterrechtsschutzversicherung
Rechtsstreitigkeiten mit Mietern können nicht nur Zeit kosten, sondern auch viel Geld. Kündigungen eines Mietverhältnisses, Mietminderungen und ausbleibende Zahlungen sind Dauerbrenner vor Gericht. Eine Vermieter-Rechtsschutzversicherung deckt Anwalts- und Gerichtskosten ab und kann auch Beratungskosten enthalten.
Typische Fälle sind:
- Der Mieter zahlt nicht oder beschädigt das Inventar.
- Nach einer Eigenbedarfskündigung zieht der Mieter nicht aus.
- Es gibt Streit über Nebenkostenabrechnungen.
Ob sich die Versicherung lohnt, hängt von der individuellen Situation ab: Wer mehrere Objekte vermietet oder häufig Mieterwechsel hat, profitiert meist stärker von dieser Absicherung.
Glas- und Reparaturversicherungen
Diese Versicherungen lohnen sich vor allem für Gebäude mit vielen Glasflächen, wie Wintergärten oder Schaufenstern. Sie übernehmen Kosten bei Glasbruch unabhängig von der Ursache.
Für Standardwohnungen oder kleinere Mietobjekte ist es oft günstiger, ein finanzielles Polster für kleinere Reparaturen einzuplanen, statt eine separate Police abzuschließen.
Fazit: Die richtige Absicherung für Sie und Ihre Immobilie
Gut versichert zu sein bedeutet, als Vermieter nicht nur im Ernstfall finanziell abgesichert zu sein, sondern auch mit einem sicheren Gefühl in die Zukunft zu blicken. Jede Immobilie, jedes Mietverhältnis und jede persönliche Situation ist anders, pauschale Lösungen gibt es daher nicht. Wer seinen Versicherungsschutz regelmäßig prüft und an veränderte Umstände anpasst, beugt unangenehmen Überraschungen vor und spart im Zweifel hohe Kosten.
Ob Sie als Vermieter eine bestimmte Versicherung tatsächlich benötigen, hängt also immer von Ihrer individuellen Situation und den Besonderheiten Ihres Mietobjekts ab. Wir beraten Sie gern persönlich und ermitteln, welche Absicherungen für Sie wirklich sinnvoll sind. Komme Sie gern jederzeit auf uns zu und kontaktieren Sie uns per E-Mail, telefonisch oder über unser Kontaktformular. Wir prüfen Ihre bestehenden Policen und zeigen, wo sich mögliche Lücken schließen lassen. Wir freuen uns auf Sie!
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